Ernährung der Wachtelküken – 7 Grundsätze
- In den ersten 24 Stunden nach dem Schlupf brauchen die Wachtelküken kein Futter. Sie ernähren sich in dieser Zeit noch vom Dottersack.
- Küken lernen das Fressen schneller, wenn man anfangs etwas Futter im Kükenheim verstreut.
- Sowohl das Wachtelkükenfutter als auch die Tränke sollten möglichst nicht direkt neben der Wärmequelle aufgestellt werden. Das warme, feuchte Klima ist der optimale Nährboden für Bakterien.
- In den ersten 3 Tagen kann man den Wachtelküken fertiges Futter oder selbst hergestelltes Wachtelfutter anbieten.
- Ab der 5. Woche kann man dem Wachtelkükenfutter das spätere Wachtelfutter untermischen und den Anteil langsam erhöhen. Ab der 6. Woche bekommen die Wachteln nur noch Wachtelfutter.
- Große Gefahr geht von falscher Einstreu aus. Gerade Sand und Kleintierstreu wird von den Wachtelküken als Futter angesehen. Sie fressen und verhungern bei vollem Magen. Daher sollte in den ersten Tagen Küchenpapier oder sehr grobe Einstreu verwendet werden. Kein Sand und feine Einstreu:
- Häufig enthält Kükenfutter für Hühnerfutter Kokzidiostatika. Darauf reagieren Wachtelküken sehr empfindlich. Meist sterben einige Küken daran.
Durch sauberes Futter Krankheiten vermeiden
Dass Hygiene während der Aufzucht der Küken wichtig ist und Krankheiten vorbeugt ist sicher jedem klar. Wir wollen daher an dieser Stelle konkrete Praxistipps geben, die dazu führen, dass alle Küken die ersten Wochen überstehen und Krankheiten keine Chance haben.
Hygienetipp 1: Das Futter für die Wachtelküken sollte immer sauber sein. Kot hat im Futterbehälter nichts zu suchen und sollte sofort entfernt werden.

Hygienetipp 2: Die Wachtelküken halten sich häufig rund um Futtertrog und Tränke auf. Hier Koten sie häufig und verteilen Feuchtigkeit aus der Tränke. Das Wasser aus der Tränke, herausgeworfenes Futter und der Kot der Küken sind ein Herd für Bakterien. Deshalb sollte man Tränke und Futter in größerem Abstand anbieten.

Hygienetipp 3: Neben der täglichen Reinigung sollten die Bereiche rund um Futter und Tränke mehrmals täglich überstreut werden. Mit anderen Worten: Einfach die Tränke anheben, zwei Lagen Küchenpapier darüber und Tränke wieder abstellen.

Wachtelküken-Futter selber machen
Zumindest für die ersten 3 bis 5 Tage kann man sehr einfach sein Wachtelkükenfutter selber machen. Je nach Anzahl der Wachtelküken benötigt man irgendwann recht große Mengen Futter, sodass man dann langsam auf ein Fertigfutter umsteigen sollte.
Wir möchten im Folgenden ein Wachtelkükenfutter-Rezept vorstellen, das sich über viele Jahre bewährt hat.

Wachtelkükenfutter-Rezept
Zutaten:
- Zerhackte Brennnesseln
- Geriebene Karotten
- Zerkleinerte gekochte Eier (mit Schale)
- Haferflocken
- Bierhefe/Futterhefe
Auf den ersten Blick etwas erstaunlich: Brennnesseln? Die Brennnessel wächst fast überall und steht daher fast immer zur Verfügung. Was die Pflanze jedoch auszeichnet, sind ihre Inhaltsstoffe. So viele Vitamine und Mineralien findet man in keiner andere Pflanze. Aus diesem Grund sollte 50% der Mischung aus Brennnesseln bestehen. Die anderen Zutaten sollten ungefähr zu gleichen Teilen bestehen. Nur Bierhefe sollte man sehr sparsam verwenden. Notfalls kann man sie auch weglassen.
Unser Tipp
Anfangs sollte man das Futter sehr fein zerkleinern, dann können es die Wachtelküken gut aufnehmen. Nach und nach kann man es dann gröber lassen.
Stellt man dieses Futter her, so kann man auch den ausgewachsenen Wachteln etwas davon anbieten. Das Futter wird meist sehr gerne gefressen und ist sehr gesund.
Unsere Wachtelküken-Futter Empfehlungen
Ein speziell für Wachtelküken entwickeltes Futter, das wir sehr gerne verwenden und es auch anderen Wachtelhaltern empfehlen würden ist das WachtelGold® Wachtel Küken Spezial. Er ermöglicht eine sehr naturnahe Aufzucht und versorgt die Küken mit allem, was sie in den ersten Tagen brauchen: Kräuter, Sämereien, Bierhefe, Blaumohn…
Unsere Empfehlung
WachtelGold® Wachtel Küken Spezial
Naturnahes Wachtelkükenfutter mit Oregano, Bierhefe und Blaumohn
€9,49 Zum Wachtel-ShopErnährung der Wachtelküken: 5 Praxistipps aus 10 Jahre Erfahrung
Viele Züchter, die bereits über viele Jahre Wachteln ausbrüten und aufziehen, haben sich Tipps und Kniffe angeeignet um die Wachtelküken erfolgreicher aufzuziehen. Wir möchten an dieser Stelle die 5 besten Tipps weitergeben.
Tipp 1: Holzbrett unter die Tränke
Sind die Wachtelküken einige Tage alt, ist im Kükenheim ein wildes Treiben zu beobachten. Da fällt schon mal etwas Einstreu und Futterreste in die Tränke. Gerade Futter löst sich im Wasser auf und lässt dieses schnell verderben.
Als Tränke sollte man spezielle Wachtelkükentränken verwenden. Diese haben eine haben einen besonders schmalen Rand und verhindern somit das Ertrinken der Wachtelküken. Zudem sammelt sich weniger Einstreu im Wasser an.
Unsere Empfehlung
Ein 2-3 Zentimeter hohes Holzbrett, das man unter die Tränke legt, reduziert dies merklich. Das Wasser bleibt so länger sauber und den Wachtelküken steht stets frisches Trinkwasser zur Verfügung.

Tipp 2: Heuhäufchen gegen Langeweile
Man kann sich leicht vorstellen, dass die Wachtelküken, welche rund um die Uhr in einem kleinen Kükenheim gehalten werden, mit Langeweile zu Kämpfen haben.
Verteilt man hingegen einige kleine Heuhäufchen im Kükenheim, dann wird man staunen, welchen Spaß die kleinen Wachteln haben werden.

Tipp 3: Karton nach 10 Tagen austauschen
Ein Kükenheim aus Metall oder Kunststoff sollte vor jedem Einsatz gereinigt und desinfiziert werden. Verwendet man hingegen einen Pappkarton als Kükenheim, dann sollte man diesen nach jeder Kükenaufzucht austauschen.
Doch selbst während den drei Wochen, welche die Wachtelküken im Kükenheim verbringen, ist ein Austausch am Tag 10 zu empfehlen. Dadurch verhindert man das sich Bakterien auf der porösen Pappkartonoberfläche ausbreiten.

Tipp 4: Zusatzbeleuchtung in den ersten Tagen
Infrarotlampen wurden bis vor wenigen Jahren durch die meisten Wachtelhaltern eingesetzt. Inzwischen sind die stromsparenden, sicheren und natürlicheren Wärmeplatten das Mittel der Wahl. Doch während die Infrarotlampen rund um die Uhr das Kükenheim erleuchteten, kam durch den Einsatz der Wärmeplatten etwas neues hinzu: 12 Stunden Dunkelheit im Kükenheim.
Gerade in den ersten Tagen wachsen die Küken schneller heran und sind weniger anfällig für Krankheiten, wenn man durch künstliches Licht die Zeit der Dunkelheit auf 4 Stunden begrenzt. Ab dem 5. Tag erhöht man die Dunkelzeit um 30 Minuten pro Tag bis kein Kunstlicht mehr notwendig ist.
Tipp 5: Ab der 3. Woche Gräser, Karottenraspel und Reis
Im Gegensatz zu Haushühnern sind Wachteln wählerisch, wenn es ums Futter geht. Haben sie bisher immer Fertigfutter bekommen, so hat man es schwer sie an Karottenraspel, Gräser und Obst zu gewöhnen. Wir empfehlen daher schon früh kleine Portionen Weichfutter anzubieten. Gehackte Brennnessel, feine Karottenraspel oder ein Stückchen Apfel werden von den Wachtelküken gerne gefressen. Dadurch kann man die Wachteln bereits in diesem Alter an abwechslungsreiches Futter gewöhnen.
